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Seit 1.826 Tagen um die Erde: CHAMP zieht seit fünf Jahren erfolgreich seine Bahnen.

Jena, 15. Juli 2005

Auf den Tag genau vor fünf Jahren startete um 14:00 Uhr MEZ vom russischen Startplatz Pletsetsk Cosmodrome der geowissenschaftliche Kleinsatellit CHAMP (CHAllenging Minisatellite Payload). Das Leitprojekt für die Raumfahrtindustrie in den neuen Bundesländern des GeoForschungsZentrums Potsdam (GFZ) und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) untersucht seitdem zuverlässig das Gesamtsystem Erde und hat dabei bis heute 1.214.487.995 km zurückgelegt und 28.703 mal die Erde umkreist.

Die Jena-Optronik GmbH, eine Tochtergesellschaft der JENOPTIK AG, wurde bereits 1997 als Hauptauftragnehmer vom GFZ Potsdam mit der Entwicklung, Fertigung, Test und Lieferung des Satelliten beauftragt. Ein integriertes Industrieteam mit EADS Astrium Friedrichshafen und der RST Raumfahrt und Umweltschutz GmbH Rostock realisierte unter Leitung des Thüringer Unternehmens das Projekt. Die Jena-Optronik war dabei neben dem Management der Entwicklung und des Baus des CHAMP, für den Bordrechner des Satelliten verantwortlich und entwickelte für diese Hauptkomponente des Satelliten das Software-Paket OBDH (On-Board Data Handling) eine Hauptkomponente des Satellitensystems. Sie führte die elektrische Integration aller Satellitensysteme, deren elektrische Tests und die Missionssimulationstests in Jena durch. "Damit haben wir unsere Systemfähigkeit unter Beweis gestellt und uns als ein führender Anbieter von Instrumenten und Systemen auf dem internationalen Raumfahrt-Markt etabliert", so Dietmar Ratzsch, Geschäftsführer der Jena-Optronik.

In einer Orbithöhe von 352 km leistet das nur 522 kg wiegende und acht Meter lange Leichtgewicht CHAMP entscheidende Beiträge zur wissenschaftlichen Grundlagenforschung sowie zur Atmosphärenphysik und hat dabei schon heute seine geplante Betriebsdauer von fünf Jahren übertroffen. Die gleichzeitige Beobachtung des Schwere- und Magnetfelds der Erde stellt den Schlüssel zum Verständnis der Vorgänge in seinem Inneren dar und hat zu wichtigen Erkenntnissen der Eigenschaften von Erdmagnet- und Gravitationsfeld geführt: Sowohl das Innen- als auch das Außenfeld weisen deutliche Änderungen auf. Aus den CHAMP-Magnetfeldmessungen lässt sich erkennen, dass zur Zeit eine stetige Verschiebung des magnetischen Nordpols und eine kontinuierliche Abnahme der Stärke des Magnetfeldes erfolgt. "Im Jahr 2050 können Polarlichter selbst in unseren Breitengraden zum Erscheinungsbild gehören", so Rainer Kasper, Leiter des CHAMP-Projekts der Jenoptik-Tochter.

CHAMP hat in den letzten fünf Jahren 290.690 Kommandos abgearbeitet und 6.550 mal Daten gesendet, auf die weltweit mehr als 460 registrierte Nutzer, wie Forschungseinrichtungen zurückgegriffen haben. So können Messungen zonaler Ozeanströmungen ebenso abgerufen werden wie globale Kartierungen von magnetischen Anomalien im Krustenfeld der Erde. Die Ergebnisse der CHAMP-Mission haben zu einer eindrucksvollen Erweiterung des Wissens über die Erde geführt. Die Mission hat die in sie gesetzten Erwartungen übererfüllt und ist ein international überaus beachteter Erfolg der deutschen Wissenschaft und Industrie.